Darko vom Lißbach
Ich habe vor einiger Zeit bei Hunde-Katze-Maus einen Bericht gesehen. Es ging um einen 7 Monate alten Mischling (Golden Retriever und Rhodesian Ridgeback), den am Ende eine Familie nicht mehr haben wollte, weil er zu laut, zu unerzogen und zu ungestüm war. Daß hat mich an unseren Hund erinnert, den wir im Juni 2008, zwei Wochen vor unserem Ostsee-Urlaub, einschläfern lassen mußten. Er war so ähnlich. Er hat viel gebellt, war eifersüchtig auf Dritte, hat sehr viele Geräusche gemacht und war besitzergreifend, aber trotz alledem der süßte Hund.
Er hieß Darko vom Lißbach.

Darko vom Lißbach
Kurz zur Vorgeschichte.
Mein Freund und ich haben viel gearbeitet und an den Wochenenden viel gefeiert und wenn ich ehrlich bin, eine Zeit lang keine Jahreszeiten mitbekommen, weil wir ständig irgendwie unterwegs waren.
Irgendwie hat es mir gereicht und ich habe einen Ausweg gesucht. So kam ich auf einen Hund. So habe ich die Sache mit dem Hund meinem Freund ins Ohr gesetzt und wir haben uns im Internet Tierheime angeschaut und Zeitungen durchsucht. Bis mein Freund irgendwann Darko fand.
Er war ein Dalmatiner. Er war bereits sieben Jahre alt und saß in einem Tierheim bei Naumburg, was nicht unweit von uns ist. Also haben wir uns, mal wieder nach einer durchfeierten Nacht, auf den Weg gemacht. Es waren an diesem Tag ungelogen bestimmt 35 Grad. Nach einigem Suchen fanden wir das Tierheim. Es lag am Ende vom Nichts. Es war schrecklich. Als uns Darko gezeigt worden ist, waren wir doch nicht unbeeindruckt. Er wog bestimmt seine 35 kg, wenn nicht mehr. Nachdem wir mit einer Helferin des Tierheimes in prüdender Hitze bestimmt eine Stunde oder mehr an einem Feld spazieren gegangen sind und den Zustand des Tierheimes von innen gesehen haben, konnten wir gar nicht anders und mußten ihn mitnehmen. Wenn man das gesehen hat, läßt man, wenn man ein bisschen Herz hat, kein Tier dort. Nachdem alle Formalien erledigt waren und natürlich auch ein Obolus gezahlt worden ist, haben wir ihn mit unserem Cabrio (!) mit nach Hause genommen. Es war die schlimmste Fahrt meines Lebens.
Auch die nächsten Monate waren nicht leicht!!! Darko war immerhin schon sieben und hang sehr an seinem vorhergehenden Herrschen und ließ sich am Anfang nichts gefallen. Es war ein permanenter Machtkampf. Auch wir hatten nach einigen Monaten überlegt, ob das die richtige Entscheidung war, denn wir waren nervlich am Ende. Wir haben uns nur noch gestritten, aber zurückgeben konnten wir ihn nicht mehr. Er war uns trotz des ganzen Terrors ans Herz gewachsen. Aber irgendwie haben wir die Monate zusammen überstanden und nach unserem ersten gemeinsamen Urlaub hat er glaube verstanden, daß wir ihn nicht mehr weggeben werden (wir hatten in der Zwischenzeit erfahren, daß er, entgegen der Aussagen im Tierheim, schon mehrmals vermittelt wurde).
Die Zeit die folgte, möchte ich nicht mehr missen. Wir hatten zwar immer wieder Machtkämpfe auszufechten (Darko hat seine Dominanz nie abgelegt), aber er fühlte sich immer wohler. Er war so verschmust und anhänglich. Alleine sein wollte er überhaupt nicht. Partys bei uns zu Hause feiern konnten wir allerdings auch nicht mehr, da Darko auf alle weiteren Personen sehr eifersüchtig war. Er hatte es am liebsten, wenn er uns zwei für sich alleine hatte.
Aber dann merkte man Darko auf einmal sehr schnell sein Alter an. Seine Knochen wollten nicht mehr, er kam kaum noch hoch. Jede Gassirunde wurde für ihn zur Qual, so daß wir uns Anfang Juni 2008 schweren Herzens von ihm verabschieden mußten. Es war sehr leise bei uns zu Hause geworden. Wir vermissen ihn sehr!!!


